Wenn unsere eigenen Kränkungen den Alltag als Mütter bestimmen
Manchmal sind es nicht die großen Konflikte, die Freundschaften und Beziehungen ins Wanken bringen. Es sind die leisen Gedanken, die wir mit uns herumtragen. Vermutungen, alte Verletzungen, kleine Kränkungen, die wir nie ausgesprochen haben. Sie färben unsere Wahrnehmung und verändern, wie wir andere sehen. Oft merken wir gar nicht, wie sehr wir unsere eigenen Geschichten auf andere projizieren.
Gerade als Mütter passiert uns das ständig. Wir ziehen kurz das Handy am Spielplatz, um etwas nachzuschauen, eine Nachricht zu beantworten oder einfach kurz durchzuatmen. Und sofort ist dieses Gefühl da. Werden die anderen Mütter gerade denken, dass ich mich nicht genug kümmere? Dass ich unaufmerksam bin? Dass ich alles andere wichtiger finde als mein Kind?
Dabei sind die anderen Eltern oft gar nicht kritisch. Sie sitzen vielleicht selbst mit ähnlichen Gedanken da. Doch wir füllen die Lücken mit unseren eigenen Unsicherheiten, alten Erfahrungen und Vorurteilen.
Dieses Muster hat mich heute an eine Geschichte erinnert, die ich gelesen habe und die das Ganze so treffend auf den Punkt bringt.
Die Geschichte mit dem Hammer
Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt und er hat etwas gegen mich. Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich.
Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er Guten Tag sagen kann, schreit ihn unser Mann an:
Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel.
Quelle: Paul Watzlawick
Was hier passiert, kennen wir alle. Der Nachbar hat in Wirklichkeit noch gar nichts getan. Er hat nichts verweigert, nichts gesagt, nichts abgelehnt. Alles spielt sich im Kopf des Mannes ab. Gedanken, gespeist aus Unsicherheit, aus alten Erfahrungen, vielleicht aus dem Gefühl, nicht gemocht zu werden.
Ganz ähnlich läuft es oft in unserem Mama Alltag ab. Ein Blick, ein Schweigen, ein nicht erwiderter Smalltalk auf dem Spielplatz und schon ist unser innerer Film gestartet. Wir interpretieren, bewerten, fühlen uns angegriffen, obwohl niemand uns tatsächlich angegriffen hat.
So schleichen sich Vorurteile und alte Kränkungen in unser Leben. In Freundschaften, in Partnerschaften und auch im Miteinander mit anderen Eltern. Wir reagieren nicht auf das, was wirklich passiert, sondern auf das, was wir befürchten. Auf alte Verletzungen. Auf unsere eigenen Zweifel.
Das Tragische daran ist, dass wir uns damit selbst im Weg stehen. Beziehungen zerbrechen nicht, weil jemand keinen Hammer leiht oder weil wir kurz das Handy benutzen. Sie werden schwierig, weil wir Mauern bauen, bevor überhaupt ein echtes Gespräch stattgefunden hat. Weil wir lieber innerlich auf Abstand gehen, als uns verletzlich zu zeigen.
Diese Geschichte ist eine Einladung, ehrlich mit sich selbst zu sein. Was gehört gerade wirklich zum anderen und was bringe ich aus meiner eigenen Geschichte mit? Welche alten Kränkungen melden sich gerade? Und was würde passieren, wenn wir einen Moment innehalten und offen bleiben?
Manchmal reicht ein Schritt zurück, ein tiefes Durchatmen und der Mut, nicht alles sofort persönlich zu nehmen. Das Mama Sein ist schon herausfordernd genug. Es darf leichter sein. Freundschaften dürfen Raum für Missverständnisse haben. Und wir dürfen lernen, unsere inneren Hämmer aus der Hand zu legen, bevor wir sie jemandem an den Kopf werfen. Auf dem Spielplatz, im Alltag und in unseren Beziehungen.
Gerade als Mütter passiert uns das ständig. Wir ziehen kurz das Handy am Spielplatz, um etwas nachzuschauen, eine Nachricht zu beantworten oder einfach kurz durchzuatmen. Und sofort ist dieses Gefühl da. Werden die anderen Mütter gerade denken, dass ich mich nicht genug kümmere? Dass ich unaufmerksam bin? Dass ich alles andere wichtiger finde als mein Kind?
Dabei sind die anderen Eltern oft gar nicht kritisch. Sie sitzen vielleicht selbst mit ähnlichen Gedanken da. Doch wir füllen die Lücken mit unseren eigenen Unsicherheiten, alten Erfahrungen und Vorurteilen.
Dieses Muster hat mich heute an eine Geschichte erinnert, die ich gelesen habe und die das Ganze so treffend auf den Punkt bringt.
Die Geschichte mit dem Hammer
Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt und er hat etwas gegen mich. Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich.
Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er Guten Tag sagen kann, schreit ihn unser Mann an:
Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel.
Quelle: Paul Watzlawick
Was hier passiert, kennen wir alle. Der Nachbar hat in Wirklichkeit noch gar nichts getan. Er hat nichts verweigert, nichts gesagt, nichts abgelehnt. Alles spielt sich im Kopf des Mannes ab. Gedanken, gespeist aus Unsicherheit, aus alten Erfahrungen, vielleicht aus dem Gefühl, nicht gemocht zu werden.
Ganz ähnlich läuft es oft in unserem Mama Alltag ab. Ein Blick, ein Schweigen, ein nicht erwiderter Smalltalk auf dem Spielplatz und schon ist unser innerer Film gestartet. Wir interpretieren, bewerten, fühlen uns angegriffen, obwohl niemand uns tatsächlich angegriffen hat.
So schleichen sich Vorurteile und alte Kränkungen in unser Leben. In Freundschaften, in Partnerschaften und auch im Miteinander mit anderen Eltern. Wir reagieren nicht auf das, was wirklich passiert, sondern auf das, was wir befürchten. Auf alte Verletzungen. Auf unsere eigenen Zweifel.
Das Tragische daran ist, dass wir uns damit selbst im Weg stehen. Beziehungen zerbrechen nicht, weil jemand keinen Hammer leiht oder weil wir kurz das Handy benutzen. Sie werden schwierig, weil wir Mauern bauen, bevor überhaupt ein echtes Gespräch stattgefunden hat. Weil wir lieber innerlich auf Abstand gehen, als uns verletzlich zu zeigen.
Diese Geschichte ist eine Einladung, ehrlich mit sich selbst zu sein. Was gehört gerade wirklich zum anderen und was bringe ich aus meiner eigenen Geschichte mit? Welche alten Kränkungen melden sich gerade? Und was würde passieren, wenn wir einen Moment innehalten und offen bleiben?
Manchmal reicht ein Schritt zurück, ein tiefes Durchatmen und der Mut, nicht alles sofort persönlich zu nehmen. Das Mama Sein ist schon herausfordernd genug. Es darf leichter sein. Freundschaften dürfen Raum für Missverständnisse haben. Und wir dürfen lernen, unsere inneren Hämmer aus der Hand zu legen, bevor wir sie jemandem an den Kopf werfen. Auf dem Spielplatz, im Alltag und in unseren Beziehungen.