Gastbeitrag:

Die Story “ Mein Leben „

Erstmal stell ich mich vor. Ich bin Katharina und 30 Jahre alt. Ich habe das schwerste Jahr meines Lebens hinter mir.

Aber erstmal fange ich von vorne an zu  erzählen. Ich habe in einer Bar gearbeitet und es war spät am Abend wo 2 Männer das Lokal betreten haben. Es war Liebe auf denn ersten Blick. Einer der Zwei ging nach einem Bier nach Hause aber der gut aussehende Mann blieb an der Theke sitzen.Wir haben lange geredet und anschließend Nummern ausgetauscht. Es dauerte 4 Tage bis wir uns wieder trafen. Ich hatte Ihn zum essen bei mir zu Hause eingeladen. Es war ein sehr schöner Abend und von diesem Zeitpunkt waren wir unzertrennlich. Er zog bei mir ein und alles war perfekt. Es vergingen 3 Jahre die mit Höhen und Tiefen versetzt waren.

Bis zu dem 30.04.2016 .

Den Tag werde ich in meinem Leben nie vergessen. Mein Freund wollte morgens aufstehen und zur Toilette gehen, bis ich gemerkt habe das irgendwas nicht stimmt. Ich habe Ihn auf das WC begleitet und habe Ihn gefragt was los ist. Er konnte mir keine klare Antwort geben nur das sein Arm taub wäre und er nicht mehr gerade aus sehen konnte. Mir war sofort klar das es sich um einen Schlaganfall gehandelt hat. Ich habe sofort denn Notruf abgesetzt und habe versucht ihn zu beruhigen. Das letzte was er zu mir gesagt hat, war er hätte Angst und ich sollte ihn nicht alleine lassen. Ich habe seine Panik in denn Augen lesen können. Natürlich durfte ich nicht mit im Krankenwagen mitfahren. Also fuhr ich hinterher und verständigte seine Geschwister. Nachdem er von den Untersuchung wieder auf das Zimmer kam , war er nur schwer Ansprechbar. Auf Nachfrage wurde uns gesagt, dass es ein Schlaganfall mit Hirnblutung war. Die Blutung lag genau auf dem Stammhirn, die Ärzte sagten das sie die Blutung von alleine wieder auflösen sollte da es eine schwere Stelle zum operieren wäre. Wir sollte nach Hause gehen und später auf dem Nachmittag wiederkommen.

Es dauerte nicht lange bis ich einen Anruf aus der Klinik bekam. Es war die Ärztin dran und sagte mir das sie ihn jetzt ins künstliche Koma legen müssten da er nicht mehr konstant atmen würde. Es war ein Schlag in denn Magen. Ich fragte mich ob es noch schlimmer kommen kann. Ich war mit meinen Nerven und auch Körperlich am Ende. Ein paar Tage später musste er in eine andere Klinik verlegt werden da er gegen die Beatmungsmaschine ankämpfte. Dieser Zustand dauerte fast 5 Wochen. Er lag auf der Intensivstation und wir konnten nur zusehen aber ihm nicht helfen. Die Ärzte sagten immer wir sollen mit ihm reden, dass würde er wohl hören und beruhigen. Wir sahen es auch an seinem Blutdruck er wurde ruhiger. Die Medikamente wurden reduziert und er hätte aufwachen müssen. Das Einzigste was er machte, war das er die Augen aufmachte aber nicht reagiert hat. Die Ärzte erklärten uns das er ins Wachkoma gefallen wäre. Ich habe viel über Wachkomapatienten gelesen und was Wachkoma überhaupt ist. Die Patienten machen die Augen auf aber man hat das Gefühl das sie durch einen durchschauen würden. Man weiß nicht ob sie was realisieren oder auch mitbekommen.

Nach dem Klinikaufenthalt ging es in die Frühreha. Dort war er 6 Wochen. Er machte auch kleine Fortschritte wie z.B. das er wieder langsam angefangen hat zu schlucken oder seinen Kopf bewegt hat. Nach denn 6 Wochen mussten wir uns entscheiden wie es weiter gehen soll. Wir hatten viele Gespräche mit Ärzten,Therapeuten und denn Sozialarbeitern. Wir sind zu dem Entschluss gekommen das es zu Hause nicht gehen würde da er 24h Betreuung bräuchte. Nun wohnt er seit über 1 Jahr in einer Intensiv WG und macht leider keine Fortschritte mehr. Die Ärzte haben uns keine großen Hoffnungen gemacht, dass es noch viel besser werden würde.

 

Ich konnte nicht zurück in unsere gemeinsame Wohnung. Die Bilder und Emotionen waren zu schmerzhaft. Ich habe es nicht ausgehalten und bin vorübergehend zu meinem Bruder gezogen. Heute 1 Jahr später habe ich eine neue Wohnung und auch eine neue Arbeit. Es klingt jetzt bestimmt sehr hart und auch egoistisch aber ich musste einen Schlussstrich ziehen, um mich selber zu schützen. Ich hatte sehr düstere Gedanken in der Zeit und habe viel über denn Tod nachgedacht. Ohne meine Familie und meine engsten Freunde hätte ich diese Zeit nicht überstanden. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. HEUTE weiß ich das man jeden Tag leben sollte als wär es der letzte Tag. Außerdem sollte man der Familie und den Freunden viel mehr sagen wie wichtig sie einen ist. Und NIE im Streit auseinander gehen da man nie weiß ob man sich noch versöhnen kann.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.