Hallo meine Lieben, heute möchte ich ein Thema ansprechen, von dem ich dachte, dass es mir erst weitaus später begegnen wird.

Das Thema MOBBING.

Mobbing ist grausam und kann uns in jedem Alter treffen. Leider auch schon im Kindergartenalter. Dort ist es vielleicht nicht direkt Mobbing, aber Ausgrenzung trifft es schon eher. Ich hatte auf meiner Seite dazu aufgerufen, dass mir Eltern ihre Geschichte zum Thema Mobbing erzählen. Ich war wirklich erschüttert, dass dieses Thema eben sogar schon im Kindergarten beginnt. Eine Mutter erzählte mir das ihr Sohn aufgrund seiner roten Haare sogar von den Erzieherinnen gehänselt wurde, dies übernahmen natürlich auch die Kinder. Schnell war der Kleine in einer Art Opferrolle und erzählte seinen Eltern erst sehr spät warum er nicht gerne in den Kindergarten ging. Ich bin wirklich erschrocken darüber, sollte doch gerade der Kindergarten noch ein Ort sein, an dem Kinder sich wohl und behütet fühlen.

Mobbing fängt klein an

Oft beginnt Mobbing schleichend, deshalb ist es so schwierig es schnell und vor allem gleich zu erkennen. Denn gerade bei Kindern kommt es oft vor, dass sie ab und zu mit einem bestimmten Kind nicht spielen möchten. Tage später sind sie aber wieder beste Freunde. Dies sind „normale“ Verhaltensweisen von Kindern und erfordern auch kein Eingreifen, da auch Kinder so lernen sich durch zu setzten und mit Niederlagen zurechtzukommen. Sollte dieses Verhalten aber von mehreren Kindern und über eine längere Zeit stattfinden, sollten die Eltern schon das Gespräch suchen. Gerade im Kindergarten kann man da noch gut entgegenwirken. In der Schule wird es da schon schwieriger. Daher ist es wichtig das Kinder Vertrauen zu ihren Eltern haben und dies auch sofort erzählen. Nur so kann im Ernstfall geholfen werden. Denn Mobbing kann schlimme Folgen haben, von Schulangst bis hin zu     Burn out und Depressionen.

Ich möchte euch nun nur ein paar Schilderungen zitieren, die mich von Eltern und deren betroffenen Kindern erreichten:

Es fing ja schon, damit an das ich in einen Ghetto in eine Grundschule kam. Da waren Kinder die mich jedes mal verprügelten ohne wirklichen Grund. Ich war, als kleines Kind sehr schweigsam weshalb ich nie ein Wort mit irgend wen verlor. Es ging sogar soweit, dass diese Klassenkameraden vor meiner Haustür auf mich warteten. Als es dann in die Realschule ging, ging alles den Bach runter. Da ich mit einen Bus zur Schule fahren musste, hatten meine Peiniger gefühlt unendlich viel Zeit mich zu quälen. Einige haben mich schon vor einen heran fahrenden Bus geschubst, weil ich nicht zu denen gehöre, weshalb ich besser tot gehöre. Am Ende ging es soweit, dass ich mit 1.65 m nur noch 30 kg wog kaum noch was gegessen hab und dauerhaft krank war. Selbst in einer Hauptschule ging es bis zum Ende so weiter. Mittlerweile kann ich sagen ich kann weder einen Jungen, geschweige einen Mann, in die Augen schauen, da die Peiniger großteils nur Jungs waren. Daher hoffe ich dass die Kinder von Heute schon früh lernen dass Mobbing oder das Ausgrenzen sich nicht gehört und es weder „Cool“ ist und man jeden mit etwas Respekt behandeln sollte.

Es fing bei mir schon relativ früh an auch bei den Lehrern

Als wir das Schwimmen gelernt haben hatte ich ziemliche Angst. Ich wurde wegen meiner Höhenangst geärgert. Ich habe mich nie getraut von diesen Start „Blöcken“ zu springen und wurde im Unterricht einfach runtergeschubst.
In meiner Panik halb untergegangen zu sein und endlich am Rand angekommen, wollte ich die nächsten Stunden nicht mehr mitmachen.
Das sahen natürlich die Lehrer nicht ein und haben mich mit Schwimmflügeln etc, alles was mich eben über Wasser hält ausgestattet, Arme, Hände, Beine, Füße, Weste. Wirklich unmöglich unterzugehen als ich langsam ins Wasser stieg, blieb ich natürlich oben, aber ließ auf Teufel komm raus den Rand nicht los. Bis der Lehrer mir einen kleinen Schubser gab, dass ich ein wenig wegtreibe. Ich schrie die gesamte Schwimmhalle zusammen und paddelte wie ein Hund, dementsprechend war ich auch am Heulen.
Natürlich ein gefundenes Fressen für meine Mitschüler. Das Mobbing begann.
Durch das Jahre lange mobben besitze ich keinerlei Selbstvertrauen. 10 Jahre lang bekommt man quasi eingeredet, das man hässlich ist und irgendwann vertritt man diese Meinung auch und hält nichts mehr von sich.
Man schüttete den Mülleimer über mein Kopf aus und nahm den nassen Tafelschwamm und schmierte mir den an den Sachen ab und im Gesicht rum (und wir alle wissen wie der stinkt)
Damals nahm man mir auch meine Anziehsachen weg und versteckte diese an Orte, wo ich nicht ran komme. War natürlich ein leichtes wenn man immer die Kleinste in der Klasse war. Man sagte mir die Sachen seien auf dem Jungs Klo und die Schule war schon so gut wie Menschenleer. Ich habe mich lange nicht getraut doch irgendwann bin ich rein und hab alles durchsucht. Ich habe sogar einen Jungen auf dem Klo sitzend erwischt…. Natürlich sprach sich das rum und war wieder Kanonenfutter für alle.
Meine Sachen waren am Ende auf einer Säule die man für Werbung/Bilder nutzen kann.
Aber auch im Internet gibt es Mobbing, vielleicht sogar schlimmer als im realen Leben. Denn dort habe ich das Gefühl, dass alle ihre Hemmungen verlieren. Ich denke mir oft in Mama Gruppen, dass 90% das so sicher nie jemanden ins Gesicht sagen würden. Ich bin oft wirklich erschüttert darüber, dass Mütter andere Mütter nur wegen der Rechtschreibung oder einem Fehler nieder machen. Aber das gilt nicht nur für Mütter, sondern allgemein. Ich kann nur für mich sprechen, dass ich das Gefühl habe das dieses Cybermobbing in den letzten Jahren viel schlimmer geworden ist. So ist zumindest mein Empfinden.
Wie ihr oben lesen konntet, zerstört Mobbing vieles, aber vor allem das Selbstbewusstsein. Es hat Folgen für das komplette Leben. Ich weiß, dass es auch schon zu meiner Schulzeit Hänseleien gab, diese waren, aber weit aus nicht so extrem wie es jetzt ist. Gerade durch soziale Medien wie Facebook und das Internet im Allgemeinen ist es so viel einfacher geworden jemanden nieder zu machen. Daher sollten Eltern immer ein wachsames Auge auf das Handy ihres Kindes haben. Veränderungen immer ernst nehmen und viel mit ihrem Kind reden. Ich hoffe, dass wir nie in diese Situation kommen werden, trotzdem habe ich große Angst davor. Denn niemand möchte, das sein Kind ein Opfer von Mobbing wird.
Ich hoffe das dieser Beitrag dazu beiträgt Mobbing schon von klein auf zu bekämpfen. Sodass wir mehr mit unseren Kindern darüber reden und das „unsere Generation“ wieder friedlicher miteinander umgeht.
Ich hoffe sehr das alle betroffenen sich irgendwo Hilfe suchen können. Anlaufstellen findet ihr hier:
  • Die Nummer gegen Kummer ist in Deutschland kostenlos, der Anruf erscheint nicht auf der Telefonrechnung und du kannst anonym bleiben.

    Telefon für Kinder: 0800 111 0333 oder vom Handy: 116 111 Sprechzeiten: Montag bis Samstag 14.00 – 20.00 Uhr (am Samstag sitzen Jugendliche am Telefon)

    Telefon für Eltern: 0800 111 0550 Sprechzeiten: Mo. – Fr. 9.00 – 11.00 Uhr, Di und Do 17.00 – 19.00 Uhr

    Telefonseelsorge Nummer: 0800 111 0 111 (Angebot der evangelischen Kirche) oder Nummer: 0800 111 0 222 (Angebot der katholischen Kirche) Der Anruf ist kostenlos und anonym.

  • PIBS
    Landwehrstraße 22/4.OG
    80336 München
    Tel.: 089-59048170
    Termine nach Vereinbarung
    E-mail: pibs@ebz-muenchen.de
    Internet: www.ebz-muenchen.de

Zum Abschluss habe noch ein Paar Buchtipps für Eltern im Kindergarten und Grundschulalter:

*Werbung da Affilliatelinks

Ich hoffe sehr das ihr diesen Beitrag teilt, mit euren Kindern über dieses Thema redet und wir so das Thema Mobbing etwas öffentlicher machen. Denn leider passiert es öfter als man denkt. Aber zusammen können wir etwas dagegen tun, damit es aufhört und jeder merkt wie DUMM Mobbing ist.

Eure Nicole

 

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