Gastbeitrag:

Ich war mit unserem zweiten Wunschkind schwanger und hatte in der 22 SSW den Termin bei der Pränataldiagnostik, um zu schauen, ob organisch alles in Ordnung ist und natürlich um zu erfahren was wir denn bekommen. (Wir haben schon einen gesunden Jungen). Da mein Mann zum Termin nicht mit kommen konnte ist meine Freundin mit mir hin gefahren, da ich nicht alleine fahren wollte. Wir waren bester Laune als wir zu dem Termin zum Gynäkologie gefahren sind und freuten uns darauf zu erfahren was es denn wird. Ich wurde dann aufgerufen und wir gingen zusammen rein. Nach dem üblichen Vorgespräch ging es dann direkt mit dem Ultraschall weiter. Er hat uns alles erklärt was er so sieht und das man das Geschlecht des Kindes leider nicht sieht da es die Nabelschnur zwischen den Beinen hatte. War auch nicht weiter schlimm dann ist es halt noch länger eine Überraschung . Er hat dann weiter vermessen und als er den Kopf geschallt hat ist er auf einmal ziemlich ruhig geworden und hat nichts mehr gesagt, meine Freundin und ich haben uns angeschaut und waren erst mal verblüfft. Ich habe dann nachgefragt was denn los sei und seine Antwort darauf war er müsste kurz etwas nachschlagen, er kommt gleich wieder. Ich lag auf diesem Stuhl war fix und fertig meine Freundin versuchte mir noch Mut zuzusprechen. Er kam dann wieder mit einem dicken Buch und schallte den Kopf erneut. Wieder fragte ich was denn los sei und dann sagte er mir erst da ist was am Kopf was da nicht hin gehört ziemlich nah an der Nackenfalte, aber er hat jetzt keine Zeit mehr für mich ich solle doch in zwei Stunden nochmal wieder kommen.
Auch auf mehrfaches nachfragen was denn jetzt los sei hat er nicht geantwortet, nur er müsse es sich später nochmal genau anschauen.

So bin ich dann aus dieser Praxis raus. Am Boden zerstört. Ich wusste nicht was mein Kind hat ob es schlimm ist oder nicht und was ich machen soll. Da ich ja schon einen gesunden Sohn zu Hause hab und ich kein schwerst behindertes Kind bekommen möchte/kann. Das konnte ich meinen Sohn nicht antun. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Meine Freundin die selbst Mutter von zwei gesunden Kindern ist hat versucht mir Mut zu machen. Ich hatte keine Ahnung wie ich es meiner Familie sagen sollte falls es doch etwas schlimmeres sein sollte. Wir sind dann nach einer Stunde wieder hoch in die Praxis da es draußen sehr kalt war, es war November.
Ich kam also nochmal dran und  habe dann erfahren das es ein Mädchen wird. Er hat dann noch mal ihren Kopf geschallt und gesagt sie habe da eine Zyste am Hinterkopf die sehr nah an der Nackenfalte ist und es sehr ungewöhnlich ist. Er würde gerne noch eine zweite Meinung von einem Spezialisten einholen und er meldet sich bei mir sobald er den Kollegen erreicht hat. Dann folgten drei lange Tage des Wartens. Der besagte Arzt rief mich dann drei Tage später an und sagte mir sein Kollege untersuche mich nur, wenn ich einen Gentest machen lasse sprich eine Fruchtwasseruntersuchung. Ob ich dafür am nächsten Tag um 12:30 Uhr kommen könnte. Ich war im ersten Moment erst mal vor dem Kopf gestoßen. Ich sagte darauf nein das kann ich nicht. Erstens möchte ich eine zweite Meinung dazu einholen und zweitens mit meinem Mann darüber sprechen, darauf hin war seine Antwort, ich habe nicht mehr all zu lange Zeit mir das ganze zu überlegen da ich schon in der 22 SSW bin und es nur bis zur 24 SSW möglich ist das Kind abzutreiben. Ich habe dann nachgefragt was meine Tochter denn im schlimmsten Falle haben könnte und er sagte mir dann das Down Syndrom, ich habe ihm dann gesagt das ich diese Untersuchung nicht machen lassen werde denn mit dieser Diagnose kann ich leben sollte sie es haben. Sollte ich mich doch noch dazu entscheiden einen Gentest machen zu lassen sollte ich mich nochmal melden. Wie der Teufel es so will hatte mein Gynäkologe genau in dieser Woche Fortbildung und die Praxis geschlossen. Ich habe es dann meiner Schwiegermutter gesagt was unsere Tochter im schlimmsten Fall haben könnte und ihre Antwort darauf war:

 Solche Kinder mag sie nicht die sind nicht schön.

Peng der nächste Schlag ins Gesicht.

Mein Mann war natürlich auch erst mal geschockt aber er hat dann gesagt er steht zu mir egal wie ich mich entscheide. Ich habe dann einen Termin bei meinem Hausarzt ausgemacht ich musste ja mit einem Arzt sprechen dem ich vertraue. Er hat sich dann Zeit für mich genommen und mir Mut gemacht. Ich müsse diese Untersuchung nicht machen lassen, wenn ich es nicht will und meine Tochter trotz allem bekommen. Der eine Satz tat mir so gut und hat mich in meiner Entscheidung bestärkt: Du kaufst ihr deswegen auch keine anderen Windeln oder andere Klamotten nur weil sie evtl das Down Syndrom hat. Das sind ganz besondere Menschen und ob du es jetzt weißt oder erst wenn sie da ist spielt keine Rolle. Wenn du dich für sie entschieden hast und du damit zurechtkommst es nicht zu wissen, ob sie es hat oder nicht. Mein Gynäkologe hat sich dann auch Zeit für mich genommen und mich in meiner Entscheidung bestärkt. Er musste mich halt trotz allem aufklären was ich noch machen kann. Nichtsdestotrotz findet er es total super das ich meine Tochter bekomme ohne zu wissen, ob sie was hat oder nicht. Das ist wohl in der heutigen Zeit sehr selten. Ich musste dann drei Tage vor Weihnachten nochmals zum Gynäkologen zur Untersuchung und da hat er mir dann gesagt ein Down Syndrom kann ausgeschlossen werden da sie Organisch total gesund ist, jetzt kann es sein das sie ein Chromosom zu wenig hat. Sprich statt 2 X nur 1 X Chromosom was zur Folge haben kann das sie etwas kleiner ist als andere Kinder aber Geistig total gesund. Das war mein schönes Weihnachtsgeschenk überhaupt. So die letzten Monate vergingen und der Entbindungstermin rückte immer näher, ich war dann doch sehr aufgeregt was wohl werden wird. Was soll ich sagen, ich bin neun Tage über den Termin gegangen habe dann mit Einleitung ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht,die nichts hatte und kern gesund ist. Da wusste ich, ich habe alles richtig gemacht, auf mein Bauchgefühl gehört und meiner Tochter und mir eine Menge Stress in der SS erspart.

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