Als Erstes bitte wenn ihr schnell Ekel entwickelt oder generell tote Menschen nicht sehen könnt dann lest Euch diesen Bericht nicht durch.

UND BITTE SCHAUT IHN EUCH  NICHT MIT EUREN KINDERN AN.

Das weltweit erste Menschen Museum im Zentrum Berlins, direkt am Alexanderplatz, wagt einen tiefen Einblick in die Struktur des Menschen – es zeigt, was uns verbindet, was uns aufrecht und in Bewegung hält, uns lachen und lieben lässt. Es gewährt Einblick in die höchst komplexen, aber auch fragilen und schützenswerten Strukturen des Körperinneren. Das Menschen Museum lädt Sie ein zu einer tief berührenden und inspirierenden Begegnung mit dem Leben und einer nachhaltigen Auseinandersetzung mit dem, was uns ausmacht.

Ich war mega gespannt auf den Besuch im Menschenmuseum, ich hatte schon viel darüber gehört und wollte mir nun die Ausstellung endlich selber anschauen.

Am Eingang erhält man einen Audio-Guide mit diesem kann man sich während der gesamten Ausstellung interessante und wissenswerte Fakten über den Körper und dem ausgestellten Körper anhören.

Dadurch habe ich wirklich sehr viel gelernt, obwohl es mich  wirklich Überwindung gekostet hat, gerade wenn man weiß das dies mal echte Menschen waren und man nicht vor irgendwelchen Puppen  steht.

Wie dieser Prozess funktioniert und wie die Vorbereitung für das Menschenmuseum aussieht erfahrt ihr hier:

1. Fixierung und anatomische Präparation

Zunächst wird der Verwesungsprozess gestoppt, indem über die Arterien Formalin in den Körper injiziert wird. Es tötet sämtliche Bakterien ab und verhindert durch chemische Prozesse den Zerfall des Gewebes. Mit Pinzette, Skalpell und Schere werden dann Haut, Fett- und Bindegewebe entfernt und die einzelnen anatomischen Strukturen freigelegt.
Der Plastinationsprozess selbst basiert auf zwei Austauschprozessen:

2. Entwässerung und Entfettung

In einem ersten Schritt werden das Körperwasser und lösliche Fette durch einlegen in ein Lösungsmittelbad (z.B. Azeton) herausgelöst.

3. Forcierte Imprägnierung

Der zweite Austauschprozess ist der zentrale Schritt in der Plastination. Hier wird das Azeton gegen Reaktionskunststoff, z.B. Silikonkautschuk, ausgetauscht. Dazu wird das Präparat in eine Kunststofflösung eingelegt und in eine Vakuumkammer gestellt. Das Vakuum saugt das Azeton aus dem Präparat heraus und lässt den Kunststoff bis in die letzte Zelle eindringen.

4. Positionierung

Im Anschluss an die Vakuumimprägnierung wird der Körper in die gewünschte Pose gebracht, jede einzelne anatomische Struktur korrekt positioniert und mit Hilfe von Drähten, Nadeln, Klammern und Schaumstoffblöcken fixiert.

5. Härtung

In einem letzten Schritt wird das Präparat gehärtet, je nach verwendetem Kunststoff mit Gas, Licht oder Wärme.

Die Präparation und Plastination eines ganzen Körpers erfordert rund 1.500 Arbeitsstunden und ist meist nach einem Jahr abgeschlossen.

Mit freundlicher Genehmigung der DENVER POST @memu.berlin

Nun zu meinem Besuch,wie schon gesagt war es wirklich sehr lehrreich und man erfährt sehr sehr viel über seinen eigenen Körper.

In vielen Videos und in einer ruhigen  Atmosphäre kann man in die Welt der Menschen und der Anatomie eintauchen.

Besonders berührt haben mich die Babys die dort ausgestellt waren, es erinnerte mich wieder an unsere Fehlgeburt und ich konnte mir das ganze nicht lange anschauen.

Ich finde die Ausstellung dennoch sehr gelungen denn die Würde und das Andenken der Menschen die ihre Körper zur Verfügung stellten wurde gewahrt. Auch geht die Ausstellung auf die Gefühle und das „nicht sichtbare“ in einem Menschen ein.

Ich lasse Euch  jetzt mit meinen Eindrücken und Bildern alleine und kann die Ausstellung für Alleinreisende wirklich empfehlen. Wenn man sich über den Körper  und seine Entstehung informieren möchte.  Mit Kindern würde ich diese Ausstellung definitv nicht besuchen.

Danke nochmal an das Menschenmuseum für die Einladung.

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