GASTARTIKEL VON MARINA H.

Ich bin knapp 30 Jahre alt, bin verheiratet und habe 2 Kinder. Ich würde sagen ich bin die klassische Durchschnittsfrau. Wir leben in einer guten Wohnung, ich habe einige gute Freunde, unsere Kinder sind gesund, wir sollten glücklich und zufrieden sein aber trotzdem bin ich das nicht.

Woran liegt das ? Diese Frage stelle ich mir seid Jahren.

Bin ich zu Anspruchsvoll? Will ich zuviel? Bin ich mit der Rolle als Mutter und Ehefrau unzufrieden? Oder ist es doch etwas ganz anderes? Um ehrlich zu sein ich kann es gar nicht genau sagen, vielleicht ist es ein Mix aus allem.

Ich bin seid der Geburt der Kinder zu Hause, arbeite nur im Homeoffice.

Ich habe oft das Gefühl nichts mehr Wert zu sein, da ich der Familienkasse nicht viel beisteuern kann. Aber ist Geld alles? Alles woran man sich messen sollte?

Ist es nicht wichtiger eine gute Mutter zu sein? Seinen Kindern die richtigen Werte zu vermitteln, Sie so zu festigen damit sie zu selbstständigen und mutigen Menschen heran wachsen? Ist es nicht wichtiger auch eine gute Ehefrau zu sein? Seinen Mann zu unterstützten, ihm aber auch seine Freiräume zu lassen?

Dies alles ist ein Spagat den nur eine Mutter kennt, der soziale Druck ist gewachsen in den letzten Jahren. Früher war es normal nicht arbeiten zu gehen, sich voll und ganz um die Kinder zu kümmern. Heute ist es fast ein Wettkampf sich schnell wieder im Berufsleben einfinden zu müssen.

Ich habe letztens eine alte Bekannte getroffen, unsere jüngsten Kinder sind ca gleich alt.

Dort kam auch die Frage auf, gehst du schon wieder arbeiten?

Als ich dann nur sagte nein schließlich ist Kind Nummer 2 erst 2 Jahre alt, bekam ich nur entgeisterte Blicke und ein: DAS KÖNNTE ICH NICHT, ich muss mich ausleben und etwas schaffen, nur Mutter sein wäre für mich nichts.

RICHTIG für DICH ist es nichts, das heißt doch nicht das es für alle so gelten muss, natürlich gibt es Karriere Frauen die Kind und Beruf super unter einen Hut bekommen und vor diesen ziehe ich mächtig den Hut. Aber ich wollte dies eben nicht. Ich wollte zu Hause sein bis beide Kinder im Kindergarten bzw Schule sind. Das war eine bewusste Entscheidung, trotzdem hat man das Gefühl dafür verurteilt zu werden.

Genauso ist es doch mit der Anzahl der Kinder, hat man 1 heißt es nu und wann kommt das Zweite? Ich habe letztens auch mit einer Freundin über dieses Thema gesprochen, Sie möchte gewollt nur 1 Kind, was ja absolut ok ist. Aber Sie berichtete mir auch das Sie damit oft belächelt wird, ach ein Kind was ist das schon ,das läuft ja nebenher.

NEIN tut es nicht. Ein Kind macht genauso viel Arbeit, Ein Kind ist genauso mal Krank und Ein Kind hat genauso seine Wünsche und Vorlieben.

So dann geht es ja weiter hast du 2 Kinder bist du Durchschnitt alles ist super.

Aber wehe du hast 3 oder mehr Kinder….. Da ist man ja ganz schnell als Großfamilie abgestempelt… Das ist doch Quatsch. 3 Kinder waren früher schon Untergrenze 🙂

Heute ist das schon nicht mehr „normal“

Aber woran liegt das? Wer sagt den was normal ist und was nicht? Sollte nicht jeder so leben wie er das möchte?

Leben und leben lassen. Aber das findet man heut zu Tage sehr selten.

Ich habe auch einige Freundinnen die immer noch keine Kinder möchten. Wir sind alle Anfang 30 also im Besten Alter und trotzdem möchten Sie sich entweder noch ausleben oder haben noch nicht den richtigen Mann gefunden. Mir würde nie in den Sinn kommen Sie deswegen zu verurteilen, trotzdem merkt man wie sich unsere Freundschaft in den letzten Jahren verändert hat.

Anfang 20 waren wir alle viel unterwegs, keine Party war vor uns sicher. Wir feierten bis die Sonne wieder aufging und gingen nie vor 7 ins Bett.

Als ich Mutter wurde änderte sich das, meine Nächte waren zwar genauso lang aber aus anderen Gründen, viel schöneren Gründen.

Aber genauso wie sich meine Nächte veränderten veränderte sich auch unsere Freundschaft, einige sind geblieben, auch früh Mama geworden, mit anderen habe ich keinen Kontakt mehr, mit manchen nur noch wenig.

„Kinderlose“ Freundinnen verstehen einen oft nicht, wenn die Nacht kurz war und man einfach nur schlafen möchte ist manchmal selbst ein kurzer Drink in der Stammbar zu viel, man will schlafen, einfach nur schlafen.

Und so verändern Kinder nun mal auch Freundschaften. Ich bin froh darüber denn es hat mir gezeigt wer meine wahren Freunde sind, wer sich mit uns und unser Glück freut und wer nicht.

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema, warum bin ich nicht glücklich? Ich weiß es nicht aber ich denke das die Gesellschaft viel dazu beiträgt das viele junge Mamas an sich zweifeln.

Aus jeder Ecke sprießen Ratgeber, Erziehungs Vlogs, jeder weiß es besser…..

Früher wo es noch kein Internet und Facebook ect gab da hat man sich auf sein Gefühl verlassen und wir sind alle groß geworden. Ich finde es schlimm was teilweise für ein Druck auf Mamas ausgeübt wird, das schlimmste Wort und womit alles anfängt ist

                 AFTER BABY BODY

ich kann es nicht mehr hören ehrlich. Jeder Promi wird nach der Geburt darauf reduziert wie schnell er wieder schlank ist, und wehe du als normal sterbliche oder Diätkoch, Fitnesstrainer und Personal Coach schaffst es nicht in der gleichen Zeit.

Ganz ehrlich mir was es schnuppe ich habe auch jetzt noch 4-5 kg zuviel drauf, aber warum sollte ich diesen Zirkus mitmachen? Ich muss mich wohlfühlen.

Genauso habe ich letztens einen Artikel gelesen wo mich die Überschrift schon wieder wütend machte: Ein Kaiserschnitt ist keine Geburt

SORRY aber darf nicht jede Frau entbinden wie Sie möchte? Wo steht es geschrieben das ich mir nicht einen Kaiserschnitt wünschen darf? Wo steht das nur eine natürliche Geburt eine „ECHTE“ Geburt ist. Sowas macht mich wütend, und es zeigt mal wieder das man selbst da schon beurteilt wird. Ich hatte diese Situation auch im Babyschwimmkurs, man kam mit den anderen Mamas ins quatschen und schon erzählten alle von den Geburten. Es gab eine Mama die einen Wunschkaiserschnitt hatte, oh ich sage Euch . Nase rümpfen und Belehrungen wie schlecht das doch wäre folgten….. Für mich war das der erste und letzte Tag Baby Schwimmen da ich mit solchen „Übermamas“ echt nix am Hut habe 🙂

Was ich aber eigentlich sagen möchte ist, passt Euch dem Druck nicht an.

Lebt EUER Leben so wie ihr es möchtet, mit Kaiserschnitt oder ohne, mit After Baby Body oder ohne, mit 2,3,4 oder 10 Kindern <3

Wichtig ist das ihr glücklich seid und genau das versuche Ich nun auch wieder. Ich gebe nichts mehr auf die Meinungen anderer und ich will jetzt wieder glücklich werden, ohne Druck und ohne mich irgendeinem IDEALBILD anpassen zu müssen.

ALLES LIEBE MARINA

Ein Kommentar

  1. Hallo Marina,
    wir brauchen alle auch Bestätigung, denke ich. Vielleicht findest du in einem Eltern-Kind-Kurs oder übers Internet noch andere Mütter in deiner Nähe, die auch ihre Kinder zu Hause betreuen? Ich kenne eine Mutter, die ihre Kinder bis 6 Jahre zu Hause betreute. Sie umgab sich mit Menschen, die es auch so machten – So hatte sie Leute, mit denen sie sich austauschen konnte und die für gemeinsame Treffen mit den Kindern Zeit hatten, zu Zeiten, in denen andere Leute arbeiteten und die Kinder im Kindergarten waren.
    Das kann ja sonst sehr einsam machen.

    Viele Grüße
    Nadine

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